Zitat Zitat von NEich
Einerseits tolles Projekt, da mal jemand über seinen Tellerrand schaut und gut für sein Projekt recherchiert
Danke.

andererseits, was/wem soll das Projekt denn (was) bringen?
Mir.

performanten Datenbankzugang den man mit SQL (ich gehe mal davon aus du hast dir dazu noch nicht viele Gedanken gemacht) einfach nicht toppen kann (ich stelle diese Behauptung einfach mal in den Raum).
Ich weiss nicht, ob man das toppen kann. Wenn man mal Leistung/Euro rechnet, könnte die Rechnung schon ganz anders aussehen. Und die Frage wäre ja sicher auch, was man mit so einen Compiler überhaupt machen will: sicher keine Massendaten verarbeiten, z.b. die Rechnungen der Telekom drucken, oder die Bankauszüge der Bank of Tokyo.

Zumal bezweifle ich, dass du, oder wer auch immer sich ebenfalls mit RPG Compilern beschäftigt, nicht mit der IBM Schritt halten kannst was die Weiterentwicklung von RPG angeht.
Och joh. Klaro, in meinem Wohnzimmer, an Samstag-Abenden, mach ich als one-Man-Show die ganze IBM platt....

Also mal im Ernst. Ist natürlich Blödsinn, die komplette IBM-Entwicklung einfach mal so nachbilden zu wollen. Ich denke, besonders in Hinblick auf die Umgebung OS/400 käme der Versuch wohl schlicht einer Gotteslästerung gleich. Es wird sicher RPG-III - kompatibel sein können, und hoffentlich auch RPG/400. Dann aber eben ein bestimmtes Release, und gut wärs. Das hindert natürlich nicht daran, auch neue Features dazuzupacken.

Andererseits könnten Möglichlkeiten geschaffen werden, die IBM nicht bietet:

- natives Web-Interface, z.B.
- native Oracle-Anbindung (oder gibts die schon?)
- beliebig grosse Alpha-Felder (bis 4GB)
- beliebig grosse numerische Felder und Genauigkeit
- native grafische Benutzeroberfläche (Qt/X11/gtk ...)

Die Frage ist also: macht rpg2cpp der IBM alles nach? Macht es manche Dinge vielleicht besser? Oder gibt es einen gemeinsamen Nenner (Release xyz), und darüberhinaus ein paar goodies für Linux/Windows?

Spannende Fragen, die sich vielleicht in ein/zwei Jahen stellen könnten.

Einen Einsatz im produktiven Umfeld kann ich mir daher nicht vorstellen, wer also sollte dann das fertige Produkt (falls es fertig wird) benutzen?
Da ich selber aus der AS/400-Ecke stamme, weiss ich wohl, das die Opensource-Idee es dort eher schwer hat, und die Motivationen für solche Aktivitäten (nicht bei allen, aber überwiegend) kaum bekannt sind.

Opensource Entwicklungen enstehen nicht aus ökonomischen Erwägungen, sondern aus Spass an der Sache, und schlicht deshalb, weil die jeweilige Sache häufig eine Herausforderung ist. Unter diesem Aspekt entzieht sich das Ganze daher praktischerweise jeder ökonomischen Betrachtung. Ich hab's oben schon geagt: im Moment nützt es _mir_. Weils Spass macht.

Ob das irgendwann fertig wird, weiss ich nicht, aber es ist Hobby: die einen programmieren, weil sie Geld verdienen müssen, die anderen verdienen Geld, weil Ihnen das Programmieren so viel Spass macht. Ich zähle mich zur letzteren Kategorie. Alle paar Tage ein neues Feature einzubauen, und dann festzustellen, dass es sich exakt so verhält, wie das Original - das ist regelrecht spannend.

Ob es irgendwann prduktiv eingesetzt wird, weiss ich natürlich nicht, und offengestanden habe ich auch gar keinen Grund, darüber nachzudenken. Aber es hat sich schon oft gezeigt, dass eine Sache, wenn sie erst mal an Profil und Funktion gewinnt, zum Selbstläufer wird.

Im speziellen Fall RPG allerdings wäre das überraschend. Denn in der Regel werden diejenigen, die C++/Java et.al. beherrschen kein Interesse an einen RPG-Compiler haben: sie haben ja (vermeintlich) Besseres.

Ich selber trauere dagegen den Fähigkeiten von RPG nach. Ich muss hier sicher nicht erklären, wie schnell damit Programme zu schreiben sind, wie unproblematisch Datendefinitionen und Satzverarbeitung sind, ebenso wie die Masken-Handhabung, die präzise Arithmetik, etc...

Hätte ich heute einen RPG-Compiler unter Linux, längst hätte ich mir eine eigenen Rechnungsschreibung gebaut (ich bin selbständig), und meine Kunden- und sonstigen Daten einer RPG-Entwicklung anvertraut.

Eines ist klar: es soll kein OS/400 nachgebaut werden, dafür haben wir ja unsere AS/400. Auch CL ist kein Thema. Es geht um RPG, und selbst da muss ich sagen, dass RPG/400 zunächst "angestrebt" ist, und es sieht eigentlich ganz danach aus, dass das auch klappen könnte. Sogar extern beschriebene Dateien erlaubt das Design.

Aber ob das so klappt, ob es produktiv wird, ob die Welt es braucht: das sind Kategorien, über die ich mir eigentlich keine Gedanken mache: es ist Hobby.

beste Grüsse
emax


PS: da ich keine AS/400 zum Testen habe, werde ich hier sicher noch öfter um Hilfe bitten, hier gleich die erste Frage:

Programm A macht eine CALL auf Programm B, welche Programm C CALLt. Soweit ok.

Wenn nun Programm C wieder Programm A aufruft, wird dann eine neue Kopie geladen (mit allen Initialisierungen, Bezugszahlen auf Null etc), oder wird die Instanz aufgerufen, die am Anfang stand (und damit auch die Variableninhalte, Satzzeiger und Bezugsahlen übernommen) ?

Müsste ich für mein CALL-Interface wissen.

Freu mich auf Antwort.